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TÜV & Gesetzgebung17. Juli 2025

Hauptuntersuchung 2024: Neue Prüfpunkte und Regeln

Die Hauptuntersuchung bleibt für Autofahrer ein zentrales Thema, 2024 rücken jedoch moderne Fahrzeugtechnik und zusätzliche Datenerhebungen stärker in den Fokus. Ein neutraler Überblick zeigt, was sich ändert, was gleich bleibt und worauf besonders nach einem Unfall zu achten ist.

Hauptuntersuchung 2024: Neue Prüfpunkte und Regeln

Hauptuntersuchung 2024: Was Autofahrer jetzt wissen sollten

Die Hauptuntersuchung (HU) ist in Deutschland weiterhin ein fester Bestandteil der Verkehrssicherheit. Auch 2024 gilt: Wer die Fristen versäumt, riskiert ein Bußgeld und im schlimmsten Fall Probleme bei Versicherung oder Zulassung. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass moderne Fahrzeuge technisch komplexer werden. Das wirkt sich auf die Prüfung aus – insbesondere bei Assistenzsystemen, Elektronik und Fahrzeugen mit elektrifiziertem Antrieb.

Für Autofahrer und Unfallopfer ist wichtig: Eine gültige HU-Plakette ersetzt keine genaue technische Bewertung nach einem Schaden. Gerade nach einem Unfall können sicherheitsrelevante Mängel entstehen, die bei einer HU auffallen würden oder sofort behoben werden müssen.

Fristen und Plakette bleiben grundsätzlich gleich

An den bekannten HU-Intervallen ändert sich 2024 nichts Grundsätzliches. Neuwagen müssen in der Regel nach drei Jahren erstmals zur Hauptuntersuchung, danach folgt die HU meist alle zwei Jahre. Bei vielen Fahrzeugen ist die fällige HU am Farbcode der Plakette erkennbar; für das Jahr 2024 ist die Plakette in der üblichen Farbreihe orange.

Wer die Frist überschreitet, sollte nicht warten. Schon wenige Wochen Verzug können zu Gebühren führen. Bei längerer Überschreitung steigt das Risiko, dass die Prüfstelle genauer hinsieht oder zusätzliche Auflagen entstehen.

Diese Prüfpunkte sind 2024 besonders relevant

Die HU selbst ist kein komplett neues Verfahren, doch 2024 werden einige Aspekte moderner Fahrzeuge besonders stark berücksichtigt. Dazu zählen vor allem Sicherheitssysteme, Emissionswerte, Elektronik und die allgemeine Betriebs- und Verkehrssicherheit.

Ein wichtiger Punkt ist die Abgasuntersuchung (AU) beziehungsweise die Emissionsprüfung im Rahmen der HU. Fahrzeuge mit On-Board-Diagnostics (OBD) werden dabei elektronisch auf relevante Fehlercodes und Abweichungen geprüft. Das ist seit Jahren üblich, bleibt 2024 aber zentral, weil Abgasanlage, Sensorik oder Motorkontrollsysteme häufig zu Beanstandungen führen.

Zusätzlich gewinnt die Erfassung von On-Board-Fuel-Consumption-Monitoring-Daten (OBFCM) an Bedeutung. Bei vielen neueren Pkw und leichten Nutzfahrzeugen können im Rahmen von technischen Kontrollen Verbrauchs- und Fahrleistungsdaten aus dem Fahrzeug ausgelesen und anonymisiert weitergegeben werden. Dabei geht es nicht um personenbezogene Daten, sondern um allgemeine Verbrauchs- und Klimadaten, die für europäische Auswertungen genutzt werden.

Auch Fahrerassistenzsysteme stehen stärker im Blickfeld. Dazu gehören etwa Systeme wie Spurhalteassistent, Notbremsassistent oder Einparkhilfen, soweit sie sicherheitsrelevant sind oder eine Warnleuchte im Cockpit aktiv ist. Fällt ein System durch eine Störung auf, kann das bei der HU als erheblicher Mangel gewertet werden.

Bei E-Fahrzeugen und Hybridfahrzeugen achten Prüfer zusätzlich auf den allgemeinen Zustand der Hochvolttechnik, sichtbare Beschädigungen an Leitungen und Steckverbindungen sowie auf Hinweise zu Fehlfunktionen im Bordnetz. Die Prüfung bleibt dabei vor allem eine Sicherheits- und Sichtprüfung; Eingriffe in Hochvoltsysteme erfolgen ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal.

Typische Mängel, die 2024 häufig zur Nachprüfung führen

Unabhängig von neuen technischen Entwicklungen bleiben klassische Mängel die häufigsten HU-Probleme. Dazu gehören:

  • Defekte Beleuchtung oder falsch eingestellte Scheinwerfer
  • Abgefahrene Reifen oder ungleichmäßiger Abrieb
  • Bremsprobleme, etwa an Scheiben, Belägen oder Leitungen
  • Spiel in Lenkung oder Fahrwerk
  • Ölverlust oder andere sichtbare Undichtigkeiten
  • Korrosion an tragenden Teilen oder an Brems- und Karosseriekomponenten
  • Warnleuchten im Kombiinstrument, die auf Defekte hinweisen

Gerade nach einem Unfall können solche Punkte schnell relevant werden. Ein kleiner Aufprall an der Front oder am Heck kann beispielsweise Sensoren, Beleuchtung, Radaufhängung oder die Stoßfängerkonstruktion beeinträchtigen. Auch wenn das Fahrzeug äußerlich noch fahrbereit wirkt, kann eine technische Überprüfung zeigen, dass die Verkehrssicherheit eingeschränkt ist.

Was Autofahrer vor der HU prüfen sollten

Eine kurze Vorabkontrolle spart Zeit und vermeidet unnötige Nachprüfungen. Sinnvoll sind:

  • alle Lichter und Blinker testen
  • Reifendruck und Profiltiefe kontrollieren
  • auf Warnmeldungen im Cockpit achten
  • Sichtprüfung auf Öl-, Kühlmittel- oder Bremsflüssigkeitsverlust
  • Bremsen, Scheiben und Wischer im Blick behalten
  • bei Unfallfahrzeugen auf verzogene Karosserieteile oder ungewöhnliche Geräusche achten

Wer nach einem Schaden unsicher ist, sollte nicht nur an die HU denken, sondern an eine fachkundige Begutachtung. Ein unabhängiger Kfz-Sachverständiger kann bewerten, ob ein Unfallschaden sicherheitsrelevant ist, ob eine Reparatur vollständig ausgeführt wurde und ob weitere technische Risiken bestehen.

Fazit

Die Hauptuntersuchung 2024 bringt keine revolutionären Änderungen, aber sie spiegelt die Entwicklung moderner Fahrzeuge klar wider: Elektronik, Assistenzsysteme, Emissionsdaten und die Sicherheit von Hybrid- und E-Fahrzeugen spielen eine immer größere Rolle. Für Autofahrer gilt deshalb mehr denn je: Wer Fristen einhält, Warnleuchten ernst nimmt und sein Fahrzeug vorab prüft, spart Kosten und Ärger. Nach einem Unfall sollte die Sicherheit zusätzlich unabhängig bewertet werden – denn eine gültige HU-Plakette ersetzt keine gründliche Schadenanalyse.

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