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TÜV & Gesetzgebung30. Juni 2023

TÜV-Mängel: Die häufigsten Beanstandungen und praktische Tipps

Bei der Hauptuntersuchung fallen immer wieder ähnliche Mängel auf. Wer die typischen Schwachstellen kennt, kann Reparaturen rechtzeitig planen und unnötige Nachprüfungen vermeiden.

TÜV-Mängel: Die häufigsten Beanstandungen und praktische Tipps

Die Hauptuntersuchung ist für viele Fahrzeughalter ein fester Termin im Kalender. Sie dient nicht nur der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern vor allem der Verkehrssicherheit. Werden bei der Prüfung TÜV-Mängel festgestellt, kann das die Plakette verzögern, zusätzliche Kosten verursachen und im ungünstigen Fall auf ein Sicherheitsrisiko hinweisen. Für Autofahrer ist es deshalb sinnvoll, die häufigsten Beanstandungen zu kennen und das Fahrzeug rechtzeitig zu kontrollieren.

Was bei der Hauptuntersuchung geprüft wird

Im Rahmen der Hauptuntersuchung werden alle sicherheitsrelevanten Bereiche des Fahrzeugs begutachtet. Dazu zählen unter anderem Bremsen, Beleuchtung, Reifen, Lenkung, Fahrwerk, Auspuffanlage und die Sichtverhältnisse. Auch sichtbare Schäden an tragenden Teilen oder Mängel an der Karosserie können auffallen. Grundsätzlich gilt: Nicht nur technische Defekte, sondern auch einfache Verschleißerscheinungen können zu Beanstandungen führen.

Die Prüforganisationen stufen gefundene Mängel je nach Schweregrad ein. Während leichte Mängel zwar dokumentiert werden, aber die Plakette meist nicht verhindern, können erhebliche Mängel eine Wiedervorführung notwendig machen. Bei gefährlichen Mängeln kann die Weiterfahrt sogar eingeschränkt oder untersagt werden. Deshalb sollte eine HU nicht erst kurz vor Ablauf des Termins vorbereitet werden.

Die häufigsten TÜV-Mängel im Überblick

Zu den typischen Beanstandungen zählen immer wieder dieselben Problemfelder. Besonders häufig betroffen sind Beleuchtung und Elektrik. Defekte Scheinwerfer, Rücklichter, Kennzeichenbeleuchtung oder Blinklichter sind schnell übersehen, werden bei der Prüfung aber zuverlässig festgestellt. Auch falsch eingestellte Scheinwerfer können beanstandet werden, weil sie die Sicht und die Blendwirkung beeinflussen.

Ebenfalls häufig sind Mängel an den Reifen. Dazu gehören zu geringe Profiltiefe, ungleichmäßiger Abrieb, Beschädigungen an der Reifenflanke oder das Mischen ungeeigneter Reifentypen. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern, aus Sicherheitsgründen ist jedoch oft schon früher ein Wechsel sinnvoll. Auch das Alter der Reifen spielt eine Rolle, da Gummi mit der Zeit spröde werden kann.

Ein weiterer Klassiker sind Probleme an den Bremsen. Verschleiß an Bremsbelägen, Rost an Bremsscheiben, ungleichmäßige Bremswirkung oder festhängende Bauteile können die Sicherheit deutlich beeinträchtigen. Weil Bremsen zu den zentralen Sicherheitssystemen gehören, werden sie bei der HU besonders genau geprüft. Selbst wenn im Alltag noch keine Auffälligkeiten spürbar sind, können bei der Messung Unterschiede zwischen den Rädern sichtbar werden.

Auch Ölverlust oder andere Undichtigkeiten führen häufig zu Beanstandungen. Tropfende Betriebsstoffe sind nicht nur ein technisches Problem, sondern können auch Umwelt und Fahrbahn belasten. Je nach Ausmaß kann eine Undichtigkeit als erheblicher Mangel eingestuft werden. Gleiches gilt für Schäden an der Auspuffanlage, etwa durch Korrosion, Löcher oder lose Befestigungen.

Nicht selten fallen zudem Mängel an Fahrwerk und Lenkung auf. Spiel in Gelenken, ausgeschlagene Lager, defekte Stoßdämpfer oder beschädigte Staubmanschetten können das Fahrverhalten beeinträchtigen. Solche Defekte entwickeln sich oft schleichend und werden im Alltag erst spät bemerkt. Bei der Hauptuntersuchung treten sie dann umso deutlicher zutage.

Typische Ursachen für Beanstandungen

Viele TÜV-Mängel haben keine plötzliche Ursache, sondern entstehen durch Verschleiß, Alterung oder mangelnde Wartung. Gerade Fahrzeuge, die viel im Kurzstreckenbetrieb unterwegs sind oder längere Zeit gestanden haben, weisen häufiger Probleme auf. Auch Witterungseinflüsse spielen eine Rolle: Feuchtigkeit, Streusalz und Temperaturschwankungen fördern Korrosion und Materialermüdung.

Ein häufiger Grund für eine nicht bestandene HU ist außerdem, dass kleine Defekte im Alltag verdrängt werden. Eine Lampe, die nur gelegentlich ausfällt, ein leichtes Poltern im Fahrwerk oder ein schleichender Druckverlust im Reifen wirken zunächst harmlos. In der Summe können solche Kleinigkeiten jedoch zu einem schlechten Gesamtergebnis führen.

Tipps zur Vorbereitung auf den TÜV

Wer die HU stressfrei bestehen möchte, sollte das Fahrzeug vorab selbst prüfen oder prüfen lassen. Eine einfache Sichtkontrolle hilft bereits weiter: Funktionieren alle Lichter? Sind Reifen sichtbar beschädigt? Gibt es Flüssigkeitsspuren unter dem Fahrzeug? Sitzen Kennzeichen, Spiegel und Scheibenwischer fest? Solche Prüfungen dauern nur wenige Minuten und decken viele typische Fehler früh auf.

Sinnvoll ist auch ein Blick auf die Reifenprofiltiefe und den Reifendruck. Beide Faktoren beeinflussen nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Gesamteindruck bei der Untersuchung. Wer unsicher ist, kann die Profiltiefe mit einer Messlehre oder in einer Werkstatt kontrollieren lassen.

Vor der HU sollten außerdem Bremsen, Stoßdämpfer, Lenkung und die Unterseite des Fahrzeugs geprüft werden. Besonders nach längeren Standzeiten oder nach einem Unfall kann es sinnvoll sein, einen Sachverständigen einzubeziehen. Für Unfallopfer ist das wichtig, weil beschädigte Strukturen, Rahmenverzug oder verdeckte Folgeschäden auch unabhängig von der Hauptuntersuchung sicherheitsrelevant sein können.

Wann ein Sachverständiger sinnvoll ist

Nicht jeder Mangel ist auf den ersten Blick sichtbar. Nach einem Unfall, bei auffälligen Fahrgeräuschen oder bei wiederkehrenden Beanstandungen kann eine neutrale Begutachtung helfen. Ein Kfz-Sachverständiger erkennt, ob ein Defekt lediglich verschleißbedingt ist oder ob möglicherweise ein unfallbedingter Zusammenhang besteht. Das ist besonders wichtig, wenn es um die Einschätzung von Reparaturumfang, Wertminderung oder Verkehrssicherheit geht.

Auch vor einer anstehenden Hauptuntersuchung kann eine technische Vorprüfung sinnvoll sein. So lassen sich relevante Mängel frühzeitig identifizieren und gezielt beheben. Das spart Zeit, vermeidet Nachprüfungen und schafft Klarheit über den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs.

Fazit

TÜV-Mängel betreffen häufig Beleuchtung, Reifen, Bremsen, Fahrwerk und Undichtigkeiten. Viele Beanstandungen sind auf Verschleiß oder mangelnde Wartung zurückzuführen und lassen sich durch eine rechtzeitige Kontrolle vermeiden. Wer sein Fahrzeug vor der Hauptuntersuchung sorgfältig prüft, erhöht die Chance auf eine problemlose Plakette und fährt zugleich sicherer. Bei unklaren Schäden oder nach einem Unfall ist eine neutrale Begutachtung durch einen Sachverständigen oft die beste Entscheidung.

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