Kindersicherheit im Auto
Kinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Ein korrekt verwendeter Kindersitz kann bei einem Unfall das Verletzungsrisiko um bis zu 80 Prozent reduzieren. In Deutschland sind Kinder bis zum 12. Lebensjahr oder einer Körpergröße von 150 cm kindersitzpflichtig. Trotzdem werden bei Verkehrskontrollen immer wieder Verstöße festgestellt.
Kindersitzgruppen und Normen
Es gibt zwei gültige Normensysteme für Kindersitze:
- ●ECE R 44/04: Einteilung nach Gewicht in 5 Gruppen (0, 0+, I, II, III)
- ●ECE R 129 (i-Size): Einteilung nach Körpergröße, höherer Seitenaufprallschutz
Die i-Size-Norm ist der modernere Standard und bietet verbesserten Schutz:
- ●Phase 1: Rückwärtsgerichtet bis mindestens 15 Monate
- ●Phase 2: Vorwärtsgerichtet ab ca. 100 cm
- ●Phase 3: Sitzerhöhung ab ca. 100 cm bis 150 cm
Beide Normen sind derzeit noch gültig und zugelassen.
Isofix – der sichere Standard
Isofix ist ein internationales Befestigungssystem für Kindersitze:
- ●Feste Verbindung zwischen Kindersitz und Fahrzeugkarosserie
- ●Deutlich geringere Fehlerquote bei der Montage als mit Gurt
- ●Seit 2014 in allen Neuwagen Pflicht
- ●Zusätzlicher Stützfuß oder Top-Tether für maximale Stabilität
Statistiken zeigen, dass über 50 Prozent der mit Gurt befestigten Kindersitze falsch montiert sind. Mit Isofix sinkt die Fehlerquote auf unter 5 Prozent. Wir empfehlen daher grundsätzlich die Verwendung von Isofix-Kindersitzen.
Häufige Fehler und Tipps
Vermeiden Sie diese typischen Fehler bei der Kindersicherung:
- ●Kindersitz zu locker befestigt (Wackeltest: max. 2 cm Spiel)
- ●Gurt zu locker oder verdreht
- ●Winterjacke unter dem Gurt (Gurt liegt nicht eng am Körper an)
- ●Kind zu früh vorwärtsgerichtet sitzen lassen
- ●Sitzerhöhung ohne Rückenlehne bei kleineren Kindern
- ●Beifahrer-Airbag bei rückwärtsgerichtetem Sitz nicht deaktiviert
Unsere Empfehlung: Lassen Sie den Einbau des Kindersitzes beim Kauf prüfen und nehmen Sie sich bei jeder Fahrt Zeit für die korrekte Gurtung.
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